Dgb Super Groko 01

01. Februar 2018

Wenn schon Groko, dann bitte mit Haltung

Auf die Groko schimpfen ist leicht. Wer will die schon haben? Die Wähler eher nicht. Auch Teile von SPD und CDU hätten offensichtlich alles lieber als die Groko – außer vielleicht Neuwahlen. Und da kommen sich die Volksparteien und die Bevölkerung wieder nahe, denn Neuwahlen will wirklich niemand.

In den sozialen Medien jetzt Beifall von Wutbürgern und allfälliges Meckern gegen die Groko zu ernten, wäre leicht. Es wäre nur nicht konstruktiv. Denn es geht derzeit für das ganze Land um richtig viel. Jetzt werden die Eckpfeiler für die nächsten Jahren eingeschlagen und der Inhalt des Sondierungspapiers ist alles andere als ein neuer „Goldstandard“. Nachbesserungen bei wichtigen Themen wie dem Ende der Sachgrundlosen Befristung, flächendeckenden Tarifverträgen, bei öffentlichen Investitionen und im Wohnungsbau sind dringend nötig. Aber wie bringt man derzeit diese konstruktive Kritik noch an die Frau und den Mann?

Dem DGB und Super gelingt mit der aktuellen Kampagne zu den Koalitionsverhandlungen der heikle Spagat. Einerseits nicht alles zu fressen, was das Groko ausspuckt und andererseits nicht an der Spirale der „Politikverdrossenheit“ mitwirken – so lautet die Herausforderung. Sie gelingt mit klarem Storytelling und viel illustrativer Handarbeit.

Groko, das kleine (Kampagnen-) Grokodil hat sich in wenigen Tagen eine treue Fansbase in den Social-Media-Kanälen des DGB erarbeitet. Das ist nachvollziehbar, schließlich ist Groko doch eigentlich ganz süß. Ein bisschen tollpatischig vielleicht und ein bisschen ungeschickt, aber es ist ja auch noch jung. Mit Kuscheltuch in der Pfote traut es sich einfach noch nicht so richtig zu zu beißen. Eigentlich würde man gerne Geduld mit ihm haben. Aber eigentlich will Groko jetzt Deutschland regieren und das geht einfach nicht ohne Haltung. Ob man Grokos persönlich für sympathische Tiere hält oder nicht, ist jetzt erstmal egal – alle anderen Tiere haben sich nämlich zum Winterurlaub in die Karibik verdrückt. Es muss jetzt also klappen mit dem kleinen Groko, aber dafür muss es jetzt mehr oder weniger sanft aus dem warmen Nest ins kalt Wasser geschubst werden.

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